Ansatz und Themen

Ein Stoffwechsel mit der Natur, der die Natur zerstört,

Mit meiner Forschung möchte ich zu einer sozialökologischen Transformation der Gesellschaft, also zu einer Überwindung der zeitgenössischen Krisen beitragen. Der Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist ein wechselseitiger Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. Das bedeutet, dass ich ökonomische Organisationen sowohl als Produkt wie auch als Produktion von Gesellschaft reflektiere. Wirtschaft wird in dieser Perspektive einerseits als soziale Praxis hergestellt und bedeutet, andererseits wirkt sie auf diese kulturellen Gefüge zurück und verändert darüber ihre eigenen Bedingungen. Die Aufgabe einer kritischen Wirtschaftswissenschaft zu Beginn des 21. Jahrhundert sehe ich daher in der unentwegten Verhältnisbestimmung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Dieses Verhältnis ist potenziell problematisch, etwa wenn Kapitalinteressen über das Leben bestimmen, Gesundheit zum Risikokapital wird oder Nahrung nur noch monokulturell erzeugt wird. Wirtschaft gestaltet gesellschaftliche Naturverhältnisse. Solange dies Krisen verursacht, bedeutet mehr Nachhaltigkeit: Wir brauchen ein neues Bild von Wirtschaft.

Vergangenheit verstehen

Begriffe und Bedeutungen sind nicht zeitlos, sondern historisch. Erst im Wissen um die Grenzen der Begriffe können wir einen aufgeklärten Umgang mit ihnen entwickeln.

Gegenwart reflektieren

Kulturanalyse und -reflexion lassen uns die Geschichte der Gegenwart verstehen. Erst dann können wir den Ursachen der zeitgenössischen Krisen auf die Spur kommen.

Zukunft gestalten

Die neue Wirtschaft muss von der Überwindung der Krisen her gedacht werden. Erst dann können wir uns als Gesellschaft sowohl sicher wie auch souverän gestalten.

„Wirtschaft ist also kein unveränderliches Naturgesetz, sondern das, was sich eine Gesellschaft als Wirtschaft vorstellen kann und was sie schließlich als Wirtschaft behandelt. Dieser Horizont des Denkmöglichen wird durch Wissenschaft miterzeugt und mitbegründet. Insofern ist Wissenschaft keine unschuldige Beschreibung oder Analyse, sondern rüstet die Gesellschaft mit Begriffen, Konzepten und Denkfiguren aus – und ist in diesem Sinne politisch, was jedoch kein Parteibuch meint. Indem Wissenschaft so oder anders betrieben wird, können sich diese oder auch ganz andere politische Willen an ihr bilden.“ (Hochmann 2020)

Zukunft möglich machen

Für mich ist es keine Frage der Wissenschaftlichkeit, sondern der Verantwortung, die an meiner Wissenschaftlichkeit nichts ändert, dass ich unbestechliche Beiträge leiste für eine demokratische Neugestaltung einer nachhaltigen Gesellschaft. Deswegen bin ich Teil der scientists4future.

Für eine Wirtschaft im Dienste der Gesellschaft

Meine Arbeit zielt auf die Begründung einer zukunftsfähigen Theorie der Unternehmung. In befähigender Absicht verbinde ich dafür dekonstruierende Methoden und vergleichende Literaturstudien mit ethnografischen und transdisziplinären Ansätzen. Neben politischen Theorien der radikalen Demokratie arbeite ich insbesondere kultur- und praxistheoretisch an einer philosophisch-ökonomischen Anthropologie der Gegenwart. Im Fluchtpunkt dieses Vorgehens steht die Erwartung, Räume des Denkens und Handelns zu öffnen, in denen die sozialökologische Transformation in Gang gesetzt werden kann – wissenschaftsbasiert, reflektiert und demokratisch.